Compliance-Prozesse digitalisieren mit Mendix und ATVANTAGE

Strukturierte digitale Workflows helfen Banken, regulatorische Anforderungen nachvollziehbar umzusetzen und operative Compliance-Prozesse prüfungsfest zu steuern.

Banken und Finanzinstitute stehen in der Compliance unter anhaltendem Veränderungsdruck. Steigende Fallzahlen im AML-Umfeld, höhere Anforderungen an Dokumentation und Nachweisführung sowie zusätzliche regulatorische Vorgaben etwa aus DORA, AMLD oder MaRisk erhöhen die Anforderungen an interne Abläufe.

Gleichzeitig sind viele Prozesse in der Praxis noch von manuellen Arbeitsschritten, verteilten Informationen und informellen Abstimmungen geprägt. Gerade dort, wo Entscheidungen fachlich korrekt getroffen werden, entsteht ein Problem, wenn Übergaben, Freigaben und Eskalationen nicht konsistent dokumentiert sind.

Ausgangslage

In vielen Instituten sind AML-, Fraud- und Compliance-Prozesse historisch gewachsen und auf verschiedene Systeme verteilt – von Fachanwendungen bis Excel und E-Mail. Dadurch entstehen Medienbrüche zwischen Fallbearbeitung, Compliance und Eskalation. Die Folge: fragmentierte Informationen, unklare Verantwortlichkeiten und manuell erstellte Nachweise.

Typische Herausforderungen in der Praxis: 

  • fehlende durchgängige digitale Fallakte 
  • Medienbrüche zwischen AML, Fraud und Compliance 
  • unklare Übergaben und Freigaben 
  • hoher Aufwand bei Prüfungen und Revisionsanfragen 
  • schwer nachvollziehbare Entscheidungen und Eskalationen 
  • Abhängigkeit von einzelnen Personen und informellen Abläufen 
  • geringe Transparenz für Management und Governance-Funktionen 

Was fehlt, ist eine durchgängige Governance-Schicht, die operative Fallbearbeitung, formale Compliance-Prüfung und revisionsfähige Nachweisführung in einem nachvollziehbaren Prozess zusammenführt.

Die Lösung

Ein geeigneter Einstieg ist ein klar abgegrenzter Use Case im Bereich AML Case Management mit Compliance-Governance. Ziel ist es, den gesamten Case Lifecycle digital abzubilden: von der Fallanlage über die fachliche Untersuchung bis zur formalen Übergabe an Compliance, zur Freigabe oder Eskalation und zur Maßnahmenverfolgung. 

Mendix übernimmt dabei nicht die Rolle einer AML-Engine und ersetzt auch kein Kernbankensystem. Die Plattform dient vielmehr als fachbereichsnahe Orchestrierungs- und Governance-Schicht außerhalb des Kerns. So lassen sich strukturierte Workflows, rollenbasierte Bearbeitung, Audit-Trails und Historisierung aufbauen, ohne bestehende Kernsysteme zu verändern. ATVANTAGE übersetzt die regulatorischen und organisatorischen Anforderungen gemeinsam mit den Fachbereichen in einen klaren Prozessrahmen und setzt diesen in einer anwendungsnahen Lösung um. Dadurch entsteht eine digitale Fallakte, in der Informationen, Entscheidungen, Übergaben und Nachweise konsistent zusammengeführt werden.

Umsetzung

Prozessbild und Governance-Rahmen kläre

Gemeinsam mit Fachbereich, Compliance und relevanten Steuerungsfunktionen wird aufgenommen, wie AML-, Fraud- und Compliance-Fälle heute bearbeitet werden. Dabei werden Medienbrüche, informelle Übergaben, fehlende Nachweise und regulatorisch kritische Stellen identifiziert.

MVP fachlich zuschneiden

Auf dieser Basis wird ein klar abgegrenzter MVP definiert. Typische Bestandteile sind eine digitale Fallakte, die strukturierte Übergabe an Compliance, ein dokumentiertes Review, definierte Eskalationspfade, Audit-Trail-Funktionen und ein erstes Basisreporting.

Case Lifecycle in Mendix abbilden

Der fachliche Ablauf wird in einen nachvollziehbaren digitalen Workflow überführt. Fallanlage, Klassifizierung, Untersuchung, Übergabe, Freigabe, Eskalation und Maßnahmenverfolgung werden mit Rollen, Statuswechseln und Berechtigungen sauber modelliert.

Systeme und Datenquellen anbinden

Bestehende Fachsysteme und relevante Datenquellen werden über klar definierte Schnittstellen eingebunden. So bleibt die bestehende Systemlandschaft erhalten, während die neue Anwendung die Prozesssteuerung und Governance übernimmt.

Pilotieren und iterativ erweitern

Der Prozess wird mit einem fachlich überschaubaren Umfang produktiv gesetzt und anhand realer Fallbearbeitung nachgeschärft. Auf diese Weise lässt sich die Lösung eng an der Praxis entwickeln und schrittweise ausbauen.

Ergebnis

Nach der Umsetzung liegt der AML- und Compliance-Prozess nicht mehr verteilt über einzelne Werkzeuge und Abstimmungen vor, sondern in einer strukturierten digitalen Anwendung. Fälle werden nachvollziehbar bearbeitet, Übergaben sind formal dokumentiert, Freigaben und Eskalationen folgen definierten Regeln, und die Nachweisführung entsteht im laufenden Prozess statt erst nachträglich für Prüfungen.

Für Fachbereiche bedeutet das eine klarere operative Bearbeitung. Für Compliance, Revision und Management entsteht eine deutlich bessere Transparenz über Fallstatus, Entscheidungen, Maßnahmen und Governance-relevante Vorgänge. 

Ausblick

Complianceanforderungen bieten vielen Instituten einen sinnvollen Einstieg in eine vielseitig nutzbare Plattform für Anwendungen und interne Abläufe.

Mit Mendix entwickeln Banken nicht nur weitere Compliance-nahe Lösungen wie das regulatorische Beschwerdemanagement, das Nachverfolgen von Maßnahmen und Findings oder das strukturierte Erstellen regulatorischer Berichte. Sie setzen auch neue, fachbereichsnahe Anwendungen um, die aus veränderten Anforderungen, neuen regulatorischen Vorgaben oder internen Innovationsprojekten entstehen.

So wächst schrittweise eine flexible Anwendungsplattform, mit der Banken Prozesse anpassen, erweitern und neu gestalten – ohne den Kern ihrer Systeme zu verändern und ohne bei jeder neuen Aufgabe wieder von vorn zu beginnen.

Fazit

Die Digitalisierung von Compliance-Prozessen ist für Banken nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern vor allem der nachvollziehbaren Governance. Gerade in AML- und verwandten Prozessen entsteht fachlicher Mehrwert dort, wo Bearbeitung, Prüfung, Entscheidung und Nachweisführung in einem konsistenten Ablauf zusammengeführt werden. Mendix bietet dafür eine geeignete Plattform außerhalb des Kerns.

ATVANTAGE übernimmt die Aufgabe, regulatorische Anforderungen, fachliche Abläufe und technische Umsetzung so zusammenzubringen, dass ein klar abgegrenzter, produktiver Use Case entsteht, der organisatorisch tragfähig und fachlich prüfbar ist.